Heinz Cremer
Heinz Cremer war ein deutscher SPD-Politiker. Er war von 1979 bis Oktober 1992 Bürgermeister von Erftstadt.
Im Jahr 2010 wurde die Heinz-Cremer-Straße nach ihm benannt. Sein Schwiegervater war der Liblarer und Kierdorfer Amtsbürgermeister Johann Arenz.[1]
Leben[Bearbeiten]
Heinz Cremer wurde als Sohn des Kesselschmieds Paul Cremer und dessen Ehefrau Anna (geb. Müller) in Mechernich geboren. 1926 zog die Familie nach Balkhausen, da der Vater bei der Roddergrube beschäftigt war. Cremer besuchte zunächst die Volksschule in Brüggen und anschließend in Balkhausen. Von 1939 bis 1942 absolvierte er eine Ausbildung zum Koch in Köln und arbeitete im dortigen „Excelsior Hotel Ernst“.
Im Jahr 1943 wurde Cremer zunächst zum Reichsarbeitsdienst und daraufhin zur Wehrmacht eingezogen. Er war in der Normandie und später in der Eifel stationiert. Im März 1945 geriet er in US-amerikanische Kriegsgefangenschaft, aus der er im Oktober 1946 zurückkehrte.
Nach dem Krieg arbeitete Cremer zunächst als Elektroschweißer im Braunkohletagebau bei Berrenrath-West. Später wechselte er zur Hoechst AG im Chemiepark Knapsack. Dort absolvierte er einen Meisterlehrgang und war bis zu seinem Vorruhestand im Jahr 1985 insgesamt 36 Jahre für das Unternehmen tätig, zuletzt als Werkmeister.
Heinz Cremer war seit August 1948 mit Else Arenz, der Tochter des ehemaligen Kierdorfer und Liblarer Amtsbürgermeisters und späteren Polizeichefs des Kreises Euskirchen, Johann Arenz, verheiratet. Aus der Ehe ging eine Tochter hervor. Das Paar lebte in Kierdorf, zunächst in Zieselsmaar, später in der Oststraße und ab 1984 in der Fortunastraße.
Heinz Cremer verstarb am 27. April 2008 im Alter von 83 Jahren und wurde auf dem Friedhof in Kierdorf beigesetzt.[2]
Politischer Werdegang[Bearbeiten]
Cremer trat 1957 in die SPD ein. Seine kommunalpolitische Laufbahn begann im Gemeinderat von Kierdorf, in dem er von 1960 bis 1964 zunächst als sachkundiger Bürger und anschließend als Ratsmitglied tätig war. Zudem gehörte er dem Kreistag des damaligen Kreises Euskirchen an, wo er an der kommunalen Neugliederung und Gebietsreform beteiligt war.
Mit der Gründung der Stadt Erftstadt im Jahr 1969 wurde Cremer Mitglied des Stadtrates. Er übernahm zunächst das Amt des stellvertretenden Bürgermeisters. Von 1979 bis Oktober 1992 bekleidete er das Amt des Bürgermeisters der Stadt Erftstadt. Bis 1994 verblieb er als Mitglied im Rat. Parallel dazu war er ab 1979 sechs Jahre lang Vorsitzender der SPD-Fraktion.
Über die lokale Ebene hinaus engagierte sich Cremer von 1980 bis 1992 als Delegierter im Rat der Gemeinden Europas sowie im Nordrhein-Westfälischen Städte- und Gemeindebund.[2]
Wirken und Engagement[Bearbeiten]
Während seiner Amtszeit als Bürgermeister und Ratsmitglied setzte sich Cremer für verschiedene infrastrukturelle und soziale Projekte in Erftstadt ein:
- Stadtentwicklung: In seine Amtszeit fielen der Neubau des Rathauses in Liblar, die Altstadtsanierung in Lechenich sowie die Einrichtung des Jugendzentrums in Köttingen. Um die Ortsteile vom Schwerlastverkehr zur Mülldeponie zu entlasten, erwirkte er den Bau einer Auf- und Abfahrt an der A 1 zwischen Kierdorf und Knapsack.
- Gesundheitswesen: Besonderes Engagement zeigte Cremer für den Erhalt des Marien-Hospitals in Frauenthal, dessen Schließung drohte. Er initiierte die Gründung eines Fördervereins und verhandelte mit dem damaligen NRW-Gesundheitsminister Friedhelm Farthmann, um die notwendigen Auflagen für den Fortbestand der Klinik zu erfüllen.
- Bildung: Ende der 1970er Jahre verhinderte er die Schließung der Kierdorfer Grundschule, indem er deren Umwandlung von einer katholischen Bekenntnisschule in eine Gemeinschaftsgrundschule vorantrieb, was die Aufnahme von Schülern aus dem benachbarten Köttingen ermöglichte.
- Städtepartnerschaften: Cremer förderte die internationale Zusammenarbeit, insbesondere als Mitbegründer der Partnerschaft mit der französischen Stadt Viry-Châtillon und durch die Unterstützung der Verbindung zur englischen Stadt Wokingham.
Auf lokaler Ebene war Cremer zudem langjähriger Vorsitzender der Dorfgemeinschaft Kierdorf und Protektor der St. Hubertus Schützenbruderschaft. Zusammen mit Hardy Axer initiierte er die Einrichtung einer Begegnungsstätte der Arbeiterwohlfahrt (AWO).[2][3]
Ehrungen[Bearbeiten]
Für seine politischen und gesellschaftlichen Verdienste erhielt Heinz Cremer mehrere Auszeichnungen[2]:
- 1973: Bundesverdienstkreuz am Bande
- 1999: Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, überreicht durch Regierungspräsident Franz-Josef Antwerpes
- 2010: Benennung der Heinz-Cremer-Straße, einem Teilstück der K 44
- Benennung des Bürgermeister-Heinz-Cremer-Platzes (Ecke Oststraße/Zum Schlagbaum) durch die Dorfgemeinschaft Kierdorf
Weblinks[Bearbeiten]
Medien zu dieser Seite im Wiki
Literatur
- Peter Kievernagel: Heinz Cremer (1925-2008). Bürgermeister der Stadt Erftstadt von 1979 bis 1992. In: Jahrbuch der Stadt Erftstadt 2018, S. 37 (Hrsg. Stadt Erftstadt)
