Erft
Die Erft ist ein südwestlicher und linker Nebenfluss des Rheins, der teilweise auf Erftstädter Stadtgebiet verläuft. Da bei der Gründung Erftstadts im Jahr 1969 keiner der Orte den Rang eines Hauptortes beanspruchen konnte, wurde die Stadt nach der durch das Stadtgebiet fließenden Erft benannt.
Verlauf[Bearbeiten]
Südlich von Bliesheim an der A 61 beginnt der Verlauf der Erft im Stadtgebiet. Kurz darauf fließt mit der Swist der größte Nebenfluss zu, bevor die Erft von der A 553 überquert wird. Von dort verläuft die Erft parallel zur A 1/A 61 und durchquert Bliesheim, wo sie Merowingerstraße und Kallenhofstraße kreuzt.
Südlich von Blessem wird die Erft von der Kreisstraße 44 (Heinz-Cremer-Straße) und der B 265 überquert und fließt westlich an Blessem zwischen dem Autobahndreieck Erfttal und dem Kieswerk Blessem vorbei. Hier wird sie von der A 1 überquert und folgt im weiteren Verlauf der A 61 in Richtung Nordwesten.
Westlich von Dirmerzheim liegt der Zufluss des Rotbaches, bevor die Erft von der K 46 zwischen Dirmerzheim und Kierdorf überquert wird. Weiter nördlich kreuzen die L 495 und die K 23 die Erft in unmittelbarer Nähe der Anschlussstelle Gymnich. In diesem Bereich liegen auch der Zufluss des Liblarer Mühlengrabens und der Abfluss der Kleinen Erft. Bei der Brücke der K 50 verlässt die Erft das Stadtgebiet und fließt weiter nach Kerpen.
Renaturierung[Bearbeiten]
Im Juni 2024 begann der Erftverband mit der Renaturierung der Erft im Bereich zwischen Gymnich und Kerpen. Dabei wurde für einen 2,5 km Abschnitt der Erft ein Flussbett westlich des heutigen Verlaufs geschaffen, in deren Flächen sich der Fluss kurvenreich (mäandrierend) auf einer Länge von etwa 5,5 km fortbewegt. Insgesamt wurden im Rahmen der Verlegung rund 280.000 Kubikmeter Boden bewegt, der ausschließlich im Projektgebiet zur Gestaltung von Aue und Gewässersohle verwendet wurde.[1][2]
Am 23. Oktober 2025 wurde die Erft im Rahmen einer feierlichen Eröffnung in das neue Flussbett umgeleitet. Die Kosten der Renaturierung beliefen sich auf insgesamt rund 10 Mio. Euro, die zu 80 Prozent vom Land NRW gefördert wurden.[3] Die Verfüllung des alten Erftverlaufs verzögerte sich aufgrund von Kampfmittelfunden aus dem Zweiten Weltkrieg um mehrere Monate.[4]
Brücken[Bearbeiten]
Karte[Bearbeiten]
Bilder[Bearbeiten]
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Erft bei Frauenthal
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Erft bei Liblar (2024)
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Erft zwischen Dirmerzheim und Kierdorf (2012)
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Schleusenanlage in Gymnich
Weblinks[Bearbeiten]
- Artikel Erft. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie.
- Informationsseite des Erftverbands zur Renaturierung bei Gymnich
Medien zu dieser Seite im Wiki
Literatur
- Christoph Gladow: An der Erft. In: Jahrbuch der Stadt Erftstadt 1991, S. 61 (Hrsg. Stadt Erftstadt)
- Franz-Georg Kretzschmar: Hofesfesten, Burgen und Schlösser. Prächtige Adelsbauten an Erft und Rotbach. In: Jahrbuch der Stadt Erftstadt 1995, S. 87 (Hrsg. Stadt Erftstadt)
- Hermann Bothe: Die Pflanzenwelt entlang der Erft - Nicht nur ein Botaniker findet hier Besonderes. In: Jahrbuch der Stadt Erftstadt 2013, S. 87 (Hrsg. Stadt Erftstadt)
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Erft-Verlegung in Erftstadt-Gymnich. In: erftstadt.de. Abgerufen am 7. Juni 2024.
- ↑ Zwischen Kerpen und Erftstadt entsteht eine neue Erft. In: ksta.de. 6. Juni 2024.
- ↑ Erft fließt zwischen Erftstadt und Kerpen im neuen Bett. In: ksta.de. 23. Oktober 2025.
- ↑ Verzögerungen bei der Verfüllung des alten Erftlaufs in Gymnich. In: erftstadt.de. 5. Februar 2026.