Heddinghoven

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St.-Servatius-Kapelle

Heddinghoven ist der Name einer alten Ansiedlung, die zwischen Lechenich und Konradsheim lag. Vermutlich ist die Lage des mittelalterlichen Heddinghoven innerhalb der heutigen Straßenzüge Frenzenstraße, Blessemer Lichweg, Vilskaul und An St. Servatius anzusiedeln. Wahrzeichen der Siedlung ist die alte romanische Kapelle St. Servatius.

Geschichte[Bearbeiten]

Heddinghoven, Flurkarte um 1752

Die Ortsbezeichnung Heddinghoven verweist mit ihren Endsilben -inghoven in die fränkische Zeit, der genaue Gründungszeitraum des Ortes ist aber unbekannt. Möglicherweise war das erste Anwesen ein untergegangener Fronhof mit einer Eigenkirche, der im 12. Jahrhundert in den Besitz des Kölner Erzbischofs Philipp von Heinsberg gelangte. Die nur aus wenigen Häusern bestehende Ansiedlung wurde erstmals um 1155 in einer Handschrift des Klosters Deutz mit der Bezeichnung Heddinchoven als Ort der Pfarre Lechenich bezeichnet, erreichte aber nie einen dorfähnlichen Charakter.[1]

Im 13. Jahrhundert vergab der Kölner Erzbischof und Landesherr den Hof zu Heddinghoven als Burglehen von Lechenich. Namentlich bekannt ist der im Dienste Erzbischofs Engelbert stehende Ritter Wilhelm von Heddinghoven, der sich 1260 auch Wilhelm von Lüftelberg nannte.[2] Dieser besaß zwar den Hof als Burglehen von Lechenich,[3] doch scheint er nicht dort gewohnt zu haben. Seine gleichnamigen Nachkommen, Amtmänner zu Hülchrath,[4] hatten als Lechenicher Burglehen lediglich noch Getreideeinkünfte, auf die der letzte von Heddinghoven 1345 verzichtete.[5] Eventueller Lehnsnehmer war um 1440 die Familie Brent von Vernich in Heddinghoven, zu dieser Zeit auch Heddekoven oder Hettekoven genannt, die dort eine Hofstatt mit Dämmen und Weihern besaß.[6]

Heddinghoven blieb zwei Jahrhunderte nahezu unverändert und verzeichnete keinen Bevölkerungszuwachs. 1660 gab es in in der Siedlung nur die Kapelle und lediglich ein bewohntes Haus.[7] Auch der Mühlenbach, der ehemals Rotbach genannte Zufluss der Erft, an dem seit alter Zeit Mühlen (zumeist Schleifmühlen) betrieben wurden[8], führte zu keiner weiteren Ansiedlung.

1805 errichtete Friedrich Widder in Heddinghoven eine, heute als Weltersmühle bekannte, Perlgersten- und Ölmühle,[9] die er bis in das 92. Lebensjahr hinein betrieb.[10] 1853 wurde sie – nach mehreren Eigentümerwechseln[11] – zu einer Getreidemühle umgebaut und war bis 1938 in Betrieb. Nach dem Verkauf der „Weltersmühle“ an einen Architekten im Jahr 1977 wurden Wohnhaus und Mühlengebäude zu Wohnzwecken umgewandelt und die Scheune nach der Restaurierung zu Büroräumen umgebaut.

In der Nachkriegszeit ging Heddinghoven durch die neu entstandenen Vorstadtansiedlungen völlig in den Ort Lechenich auf. Heute erinnern lediglich die Bezeichnung der Heddinghovener Straße und der Heddinghovener Kapelle an diesen Namen.

Bilder[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Historisches Archiv der Stadt Köln, Bestand Abtei Deutz RH 2
  2. Historisches Archiv der Stadt Köln, Farr. Gelenii IV Bl. 211
  3. Historisches Archiv der Stadt Köln, Best. Auswärtiges 170b
  4. Historisches Archiv der Stadt Köln, Bestand Domstift U Nr. 3/963
  5. Hauptstaatsarchiv Düsseldorf, Kurköln U Nr. 649
  6. Archiv Salis-Soglio, Vernich D IX 50 im Landeshauptarchiv Koblenz
  7. Hauptstaatsarchiv Düsseldorf, Kurköln II 1117 Bl. 257–270
  8. DOZA Wien Abt. Ab 248/8 und Hauptstaatsarchiv Düsseldorf, Kurköln IV Nr. 291
  9. Frank Bartsch, Dieter Hoffsümmer, Hanna Stommel: Denkmäler in Erftstadt, AHAG, Lechenich 1998 ff. (Loseblatt-Sammlung)
  10. LAV R, Zivilstandsregister Lechenich, Sterbefälle 1842, Urkunde Nr. 8.
  11. siehe z. B. LAV R, Notare, Repertorium 30, Urkunde 8737.
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