Jacob Cahen
Jacob Cahen war ein jüdischer Händler und Immobilienmakler, der Anfang des 19. Jahrhunderts zu den wohlhabendsten und einflussreichsten Geschäftsleuten im Gebiet des heutigen Erftstadt gehörte.[1]
Leben[Bearbeiten]
Cahen arbeitete insbesondere als Pferdehändler, Makler und Geldverleiher. Besonders bedeutend war seine Rolle im Immobiliengeschäft und Grundstückshandel, wo er oft als Vermittler auftrat. Cahen profitierte stark dabei von der Säkularisation und der Versteigerung ehemaliger Kloster- und Stiftsgüter in der Franzosenzeit und erwarb nach 1815 zahlreiche Ländereien in Lechenich und den umliegenden Orten.[2][3] So erwarb er beispielsweise Ende 1818 den Kallenhof in Bliesheim für 30.000 Taler und lud bereits 14 Tage später zu einer öffentlichen Versteigerung ein, bei der er die dazugehörigen Grundstücke parzellenweise weiterverkaufte.[4]
1817 erbaute Cahen ein Wohnhaus an der heutigen Bonner Straße, dass heute als Haus Ganser bekannt ist, benannt nach seinem späteren Besitzer Peter Ganser.[4] Zu den weiteren Gebäuden, die sich im Besitz von Cahen befanden, gehörten unter anderem:
- die Heinensmühle in Lechenich (1817 erworben, 1825 verkauft)[5]
- der Frenzenhof in Lechenich (1818 erworben)[6]
- der Maximinenhof in Ahrem (1927 nach seinem Tod von seiner Witwe Helena Kaufmann verkauft)[7]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Cornelius Bormann: Die Juden in den Orten Erftstadts um 1800 - Ein Rundgang. In: Jahrbuch der Stadt Erftstadt 1991, S. 76-86.
- ↑ Hanna Stommel: Die Säkularisation im Jahre 1802 im ehemaligen Kanton Lechenich. In: Jahrbuch der Stadt Erftstadt 2003, S. 56-68.
- ↑ Hermann Tüttenberg: Als der Sommer nicht mehr kommen wollte. In: Jahrbuch der Stadt Erftstadt 2021, S. 153-170.
- ↑ 4,0 4,1 Cornelius Bormann: Bliesheim - der Ort am Wasser. In: Jahrbuch der Stadt Erftstadt 1993, S. 69-92.
- ↑ Bürgergesellschaft Lechenich (Hg.): Lechenich - Von der Römerzeit bis heute. Erftstadt 2004, S. 105.
- ↑ Frank Bartsch: Kontinuität und Wandel auf dem Lande: Die rheinpreußische Bürgermeisterei Lechenich im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert (1815-1914). Weilerswist 2015, S. 218-220.
- ↑ Cornelius Bormann: Ahrem - ein kleiner Ort mit langer Vergangenheit. In: Jahrbuch der Stadt Erftstadt 1991, S. 96-104.