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Volksschule Liblar

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Volksschule Liblar
Schulgebäude am Marienplatz
Schulgebäude am Marienplatz
Schulgebäude am Marienplatz
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Die Volksschule Liblar ist eine ehemalige Volksschule in Liblar.

Geschichte[Bearbeiten]

Anfang des 19. Jahrhunderts wurde der Schulunterricht in Liblar unter französischer Verwaltung von dem schon in kurfürstlicher Zeit tätigen Küsterlehrer weitergeführt, an dessen Lehrtätigkeit auch die in preußischer Zeit eingeführte allgemeine Schulpflicht von 1825 nichts änderte. Zu dieser Zeit fand der Unterricht in einem Schulsaal des Gemeindehauses statt, das neben dem Fronhof lag (später Carl-Schurz-Straße 118) Diese Gebäude wurde 1960 im Zuge des Ausbaus der Köttinger Straße abgerissen.

Ab 1828 wurde der Unterricht durch den „Kandidaten“ (Anwärter auf ein Lehramt) Christian Schurz, dem Vater des Deutsch-Amerikaners Carl Schurz, gehalten, der das Lehrerseminar in Brühl besucht hatte, und den Unterricht bis zu seiner Ablösung im Jahr 1833 erteilte. Zu dieser kamen die meisten Kinder der Schulpflicht nicht nach und arbeiteten bereits als Heranwachsende in den umliegenden Kohlegruben.[1]

Christian Schurz erwarb 1832 Anwesen in Liblar (heute Carl-Schurz-Straße 98, Ecke Zum Grünen Weg), das ein Wohnhaus mit Garten und ein größeres Nebengebäude umfasste, dessen Saal wurde gelegentlich für Festlichkeiten und Bälle genutzt wurde. Nach dem Umzug der Familie Schurz 1845 nach Bonn wurde das Liblarer Anwesen verkauft. Da der ursprüngliche Käufer zahlungsunfähig wurde, kam es am 25. November 1847 zur Versteigerung. Bereits im Vorfeld hatten Gemeinderat und Schulvorstand beschlossen, die Gebäude für Schulzwecke zu erwerben, da die bisherigen Räumlichkeiten für die steigende Schülerzahl nicht mehr ausreichten. Die Gemeinde erhielt den Zuschlag für 1.200 Taler, obwohl der Wert auf 2.000 Taler taxiert worden war.[1]

In der Folgezeit entspann sich eine Diskussion darüber, ob die Gebäude umgebaut oder durch einen Neubau ersetzt werden sollten. Ein 1851 vom Kölner Baumeister Johann Anton Walle vorgelegter Entwurf für einen Neubau wurde aufgrund der erwarteten Kosten von 8.000 Talern als zu teuer abgelehnt. Stattdessen folgte die Gemeinde 1852 dem Vorschlag des Regierungsbaurats Ernst Friedrich Zwirner, das Gebäude umzubauen. Im Wohnhaus wurde daraufhin eine Lehrerwohnung eingerichtet, während der ehemalige Tanzsaal zu einem Klassenraum und 1853 in zwei Räume unterteilt wurde. 1878 wurde schließlich hinter dem umgebauten Saal ein neues Schulgebäude aus Backstein erbaut, das heute das älteste noch erhaltene Schulgebäude in Liblar ist (heute Zum Grünen Weg 4). Allerdings wurde auch dieses Gebäude bald zu klein, weshalb 1899 eine neue einklassige Schule in Köttingen eingerichtet wurde.[1]

Die expandierende Braunkohleindustrie und das damit verbundene Bevölkerungswachstum führten auch in Liblar zu stark steigenden Schülerzahlen. An der heutigen Carl-Schurz-Straße 23 (Marienplatz) entstand daraufhin 1903 ein neues Schulgebäude (auch als Marienschule bezeichnet), das 1906 um zwei weitere Säle erweitert wurde. Für die Ortsteile Oberliblar und Donatusdorf wurde in der Heidebroichstraße 36–38 ein Gebäude mit vier Sälen und drei Lehrerwohnungen errichtet (Volksschule Oberliblar). Diese Schule nahm 1910 den Betrieb auf und beherbergte auch die evangelische Klasse. Der alte Saal des ehemaligen Schurz'schen Anwesens, in dem von 1903 bis 1910 noch die evangelische Klasse untergebracht war, wurde aufgrund der Neubauten nicht mehr benötigt und 1911 abgerissen.[1]

Trotz der Erweiterungen reichten die Kapazitäten in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg aufgrund des Zuzugs von Familien mit Kindern erneut nicht aus. 1963 wurde aufgrund des zunehmenden Bedarfs eine Realschule eingerichtet, die zunächst provisorisch in den Räumen der Volksschule am Marienplatz untergebracht war. In den Jahren 1963/64 entstanden neue Schulgebäude in der Nähe der Bahnhofstraße, die zu einem Schulzentrum ausgebaut wurden.

Im Zuge der Schulreform 1968 wurde die Volksschule aufgelöst und zunächst drei Grundschulen eingerichtet (Alt-Liblar, Oberliblar und Köttingen), während die Hauptschule und die Realschule im Schulzentrum verortet wurden. Durch die Gründung der Stadt Erftstadt im Folgejahr und die damit verbundene Neuordnung der Schulbezirke wurde die Zahl der Grundschulen auf zwei reduziert, die Thomas-Mann-Grundschule, die das alte Volksschulgebäude nutzte, und die Donatusgrundschule, zu der die Schulgebäude in Köttingen und an der Heidebroichstraße gehörten.[2]

Schulleitung[Bearbeiten]

Bilder[Bearbeiten]

Vorherige Adressen[Bearbeiten]

Medien zu dieser Seite im Wiki

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Walter Keßler: Das älteste Volksschulgebäude Liblars in heutiger Zeit. In: Jahrbuch der Stadt Erftstadt 2015, S. 41-45.
  2. Alexander Kleinschrodt: Architektur und Städtebau der siebziger und achtziger Jahre in Liblar und Lechenich. In: Jahrbuch der Stadt Erftstadt 2011, S. 107.
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