Freie Waldorfschule Erftstadt
Die Freie Waldorfschule Erftstadt ist eine Waldorfschule in Liblar. Sie umfasst die Klassenstufen 1 bis 13 und bietet als Abschlüsse den Hauptschulabschluss, den Realschulabschluss sowie das Abitur an.
Beschreibung[Bearbeiten]
Pädagogisches Konzept[Bearbeiten]
Die pädagogische Arbeit der Schule basiert auf den Grundsätzen der Waldorfpädagogik, die auf dem anthroposophischen Menschenbild Rudolf Steiners beruht. Ziel ist die Ausbildung von Urteilsfähigkeit und selbstständigem Denken durch die Verbindung von Wissensvermittlung mit künstlerischen und handwerklichen Inhalten. Das Schulgelände und die Gebäude sind nach organischen Gestaltungsprinzipien in eine naturnahe Umgebung eingebettet.[1]
Betreuungsangebote[Bearbeiten]
Die Schule verfügt über zwei differenzierte Betreuungsangebote für die Zeit nach dem Fachunterricht.
Die Offene Ganztagsschule besteht seit Oktober 2006 und richtet sich an Schüler der Klassen 1 bis 4. Die Betreuung findet in einem separaten Gebäude neben dem Unterstufentrakt statt, das über Gruppenräume, einen Ruhe- und einen Werkraum verfügt. Das Angebot umfasst feste Betreuungszeiten bis 16:00 Uhr (freitags bis 15:00 Uhr) sowie ein gemeinsames Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung durch Lehrkräfte. Zusätzlich werden Musikunterricht und therapeutische Angeboten in den Tagesablauf eingebunden.
Für die Klassenstufen 5 bis 10 wird eine Betreuung bis 15:00 Uhr im sogenannten „Begegnungscafé“ angeboten. Dieser Raum erstreckt sich über vier Ebenen und dient als Rückzugs- und Interaktionsort. Während die Teilnahme für Schüler, die auf den Schulbus warten, offen steht, erfordert die regelmäßige Hausaufgabenbetreuung durch Lehrkräfte eine verbindliche Anmeldung. Die Mahlzeiten werden von den Schülern eigenständig im schuleigenen Bistro eingenommen.[1]
Organisation und Finanzierung[Bearbeiten]
Die Schule wird in Selbstverwaltung geführt, wobei Lehrkräfte, Eltern und Schüler gemeinsam Verantwortung für den Schulorganismus übernehmen. Die institutionelle Struktur umfasst verschiedene Gremien und Projekte der Selbstverwaltung sowie regelmäßige Schulaufführungen und Feste.[1]
Geschichte[Bearbeiten]
Nachdem 1989 die Gründung einer Waldorfschule in Derkum scheiterte, wurde im Juni 1990 von dem neu gegründeten Schulverein ein provisorischer Standort am Schießendahl in Liblar gefunden. Während der Sommerferien wurden zwei Schulpavillions in Elternarbeit aufgebaut und am 20. August der Schulbetrieb mit 63 Schülern in drei Klassen aufgenommen. Für offizielle Anlässe wie Einweihungen, Klassenspiele und Schulfeiern wurde die Aula der Gottfried-Kinkel-Realschule genutzt.
Im Verlauf der nächsten Jahre entstanden auf dem einem 30.000 m² großen Gelände, das von der Schulgemeinschaft erworben wurde, in sechs Bauabschnitten die eigentlichen Schulgebäude.
Im erste Bauabschnitt wurde 1992 das Unterstufengebäude errichtet, das den Klassen 1 bis 4 als Unterrichtsraum diente. In den ersten Jahren mussten Schüler und Lehrer während der Pausen zwischen den Pavillons und dem neuen Unterstufengebäude pendeln.
Der Innenausbau des 1993 errichteten Mittelstufengebäudes, sowie die Pflasterung des Schulhofs, erstreckte sich bis zum Ende des Jahres. Das Mittelstufengebäude (Klassen 5 bis 8), das auch Schulsekretariat, das Lehrerzimmer und einen Aufenthaltsraum für Wartekinder beherbergte, wurde 1994 bezogen.
Im Jahr 1997 wurde der Bau der Turnhalle begonnen, die über viele Jahre auch als Aula genutzt wurde. Gleichzeitig wurde der Grundstein für das Kunstgebäude gelegt, das Platz für die Fächer Eurythmie, Kunst und Musik bot.
Das im Jahr 2003 fertiggestellte Oberstufengebäude beherbergt im Erdgeschoss Funktionsräume für Chemie und Physik sowie das Schülercafé. Die übrigen Räume in den oberen Stockwerken dienen den Klassen 9 bis 13, wobei im zweiten Obergeschoss eine Bibliothek eingerichtet wurde.
Im Jahr 2010 wurde die provisorische Küche im Kunstgebäude erweitert und modernisiert. Zusätzlich wurde in diesem Jahr in der Nähe des Schulgartens ein Gartenbau-Gebäude errichtet.[2]
Im Januar 2019 begannen die Bauarbeiten für einen neuen Multifunktionssaal an der Schule.[3] 2022 wurde der Saal mit einer Grundfläche von 765 m² und 406 Sitzplätzen nach dreijähriger Bauzeit fertiggestellt.[4]
In der Nacht zum 23. September 2023 zündeten Unbekannte Papier- und Müllcontainer an, die in einem Unterstand direkt am Oberstufengebäude untergebracht waren. Durch das Feuer wurden das angrenzende Gebäude und darin befindliche Telefonanlage sowie die IT-Infrastruktur beschädigt.[5] Im November wurden Übergangscontainer aufgestellt, in denen vier Klassen der Jahrgangsstufen 9 bis 12 bis zur Renovierung des Oberstufengebäudes unterrichtet werden[6].
Schulleitung[Bearbeiten]
Bilder[Bearbeiten]
Literatur
- Harry Wehner: Freie Waldorfschule Voreifel in Erftstadt. In: Jahrbuch der Stadt Erftstadt 1992, S. 133 (Hrsg. Stadt Erftstadt)
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ 1,0 1,1 1,2 Homepage der Waldorfschule. Abruf: 29. Januar 2026.
- ↑ Unsere Geschichte. In: waldorfschule-erftstadt.de. Abgerufen am 22. Februar 2024.
- ↑ Chronik. In: Jahrbuch der Stadt Erftstadt 2020. S. 277.
- ↑ Waldorfschule Erftstadt - Neuer Saal für Tanz, Musik und Theateraufführung. In: ksta.de. 14. Oktober 2022.
- ↑ Einige Räume der Waldorfschule in Erftstadt sind nicht mehr nutzbar. In: ksta.de. 24. September 2023.
- ↑ Erftstadt: Schüler nach Brand in Containern untergebracht. In: radioerft.de. 6. November 2023.