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Bonner Tor

Aus ErftstadtWiki
Bonner Tor
Bonner Tor von Westen
Bonner Tor von Westen
Bonner Tor von Westen
Adresse
Stadtteil
Erbaut
Zerstört
Art
Denkmal
Ja (Nr. 001)
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Das Bonner Tor gehörte zur ehemaligen Stadtbefestigung Lechenichs und ist neben dem Herriger Tor eines der beiden erhaltenen, historischen Stadttore von Lechenich.

Beschreibung[Bearbeiten]

Bau und teilweise Zerstörung[Bearbeiten]

Das Tor wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts im Rahmen des Ausbaus einer Siedlung am heutigen Marktplatz zu einer befestigten Stadt erbaut. Die schriftliche Ersterwähnung erfolgte im Jahr 1357[1]. In dieser Urkunde wurde anlässlich einer Landvermessung angeführt: „Das Weizenfeld ist 226 Morgen groß und liegt vor dem Tor von Lechenich, das Bonner Tor (bunre portze) genannt wird zwischen der öffentlichen Straße und dem Wald Eilau“. Die beiden Stadttore stellten zu dieser Zeit die die einzigen Zu- und Ausgänge der befestigten Stadt an der Heerstraße dar, die die Stadt mittig durchquerte, abgesehen von der so genannten „Brier portze“, der späteren „Bungarts“ Pforte im Norden des Schlosses.

Zeichnung von Matthäus Merian

Nach einer Zeichnung von Matthäus Merian von 1646 handelte es sich zu diesem Zeitpunkt bei den beiden Stadttoren um Doppeltore, bei denen den Haupttoren landseitig ein von einer Zugbrücke überspannter Graben folgte, dem ein kleineres Vortor vorgelagert worden war. Die inneren, an die Stadtmauer anschließenden Torbauten waren durch ein Fallgitter gesichert, das bei überraschenden Angriffen schnell herabgelassen werden konnte, da das Hochziehen der schweren Brücke einige Zeit beansprucht hätte. Der Eingang zur Stadtseite wurde mit Holztoren verschlossen, deren Halterungsstellen in dem heutigen Mauerwerk noch nachvollziehbar sind. Es war Aufgabe der Torwächter, die Tore zu festgesetzten Zeiten zu öffnen und zu schließen und sie bei Gefahr geschlossen zu halten. In der Nähe der Tore war jeweils eine Zollstelle eingerichtet, an der Händler einen Warenzoll und Reisende Wegezoll zu entrichten hatten.

1642 wurde Lechenich im sogenannten „Hessenkrieg“, einem Teil des Dreißigjährigen Krieges, von Angreifern unter Marschall Guébriant belagert, die zwar die Stadt, nicht jedoch das Schloss einnehmen konnten. Die zerstörten oberen Stockwerke des Bonner Tores wurden zu dieser Zeit nicht wieder aufgebaut. Im 17. und im Verlauf des 18. Jahrhunderts fanden regelmäßig notwendige Reparaturen an den baufälligen Toren statt. So wurde 1726 wurde die Holzbrücke am Bonner Tor als Steinbrücke erneuert. 1735 musste das einsturzgefährdete Tor von beiden Seiten unterfangen werden.

Restaurierung und Umgestaltung[Bearbeiten]

1853 begann die Gemeinde Lechenich im Einvernehmen mit der zuständigen Landesbehörde mit einer Restaurierung ihrer historisch wertvollen Bausubstanz. Nach der Ansicht des Lechenicher Notars und Historikers Matthias Konstantin Bendermacher wurde dabei der Entschluss der Gemeinde, den zu restaurierenden Gebäuden der Altstadt ein neugotisches Äußeres zu geben, bewusst getroffen. Im Jahre 1853 wurde das Bonner Tor daraufhin nach Plänen des Kölner Dombaumeisters Ernst Friedrich Zwirner (1802-1861) restauriert und umgestaltet. Die Arbeiten umfassten das Tor und seinen südlichen Anbau. Dabei wurden auch kleinen Arrestzellen und eine kleine Dienstwohnung für einen Gefangenenwärter eingerichtet. Diesem Zweck diente die Toranlage von 1853 bis 1897, bis es dann nach dem Bau des Amtsgerichtes, das mit einem sich ihm anschließenden Gefängnistrakt am Markt errichtet worden war, anderweitig genutzt wurde. In dieser langen, durch viele Gemeinderatsprotokolle dokumentierten Zeit, wurde das Bonner Tor allgemein als „Arrestlokal“, oder auch als „Kantonsgefängnis“ bezeichnet.

Nach einer zeitgenössischen Beschreibung von Paul Clemen aus dem Jahr 1900 bestand das teilweise bis zum Ende des ersten Obergeschosses reichende Altmaterial des Bonner Tores in seinem feldseitigen Mauerwerk aus Tuffstein, dagegen war an der der Stadt zugewandten Seite auch Bruchstein und Trachyt verwandt worden. Die Verwendung von Sandstein im Unterbau diente der Eckverklammerung und bestand aus teilweise schon ursprünglich eingesetzten Quadern. Die Materialien des teilweise aufgemauerten Oberbaus schrieb er der Restaurierung der 1850er Jahre zu und bezeichnete die in Backstein, Basalt und Hausteinteilen ausgeführten Arbeiten als Neuerungen. Er beschrieb auch die Ausstattung des Tores mit einem völlig neuen vorkragenden Fries, über den Zinnen, die den nahezu quadratischen Torbau abschlossen. Im zweigeschossigen Oberbau zeigten nach Clemen in jedem der Stockwerke zwei rechteckige Fenster zur Feldseite, eines zur Stadtseite. Für die Südseite erwähnte er ein dem Tor angebautes Backsteinhaus, das ebenfalls durch einen Zinnenaufsatz bekrönt worden war.

Die Tordurchfahrt erfolgte auf beiden Seiten durch spitzbogige Tore, in die feldseitig in der äußeren Laibung ein Führungsschlitz für das früher verwendete Fallgitter eingearbeitet worden war. Den Tordurchgang überspannte ein mit Putz überdecktes Kreuzgratgewölbe und zur Süd- und Nordseite befanden sich Türen. In der Westseite der Südwand befand sich in einer rechteckigen Mauerblende eine gotische Gruppe der heiligen Anna selbdritt. Auf der der Stadt zugewendeten Seite befanden sich über dem Torbogen, seitlich von dessen Scheitelpunkt zwei große, wohl mit gebohrten Löchern versehenen Kragsteine, in denen ehemals die schweren Torflügel eingehängt wurden und so ihre obere Befestigung erhielten.

Heutige Anlage[Bearbeiten]

Die einseitige Freilegung des Tors erfolgte im Jahre 1901 beim Ausbau der damaligen Luxemburger Straße (heute Bonner Straße).[2]

2015 wurde die an das Tor angrenzende Mauer der Brücke über den Stadtweiher aufgrund von Stabilitätsproblemen abgebrochen, neu aufgebaut und mit einer Sandsteinabdeckung versehen.[3]

Bis 2020 wurde im Bonner Tor ein Weinlokal ("La Vinia", ab 2017 "Weinburg") betrieben, seitdem steht es leer. Insbesondere aufgrund der Brandschutzbestimmungen war eine weitere gastronomische Nutzung nicht möglich.[4]

Bilder[Bearbeiten]

Medien zu dieser Seite im Wiki

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. HAStK Bestand Aposteln Repertorien und Handschriften 2, Blatt 303–308, veröffentlicht in Stommel, Quellen Band I Nr. 416
  2. Liste der Baudenkmäler in Lechenich, In: wikipedia.org. Abgerufen am 7. April 2022
  3. Nach Skepsis in Lechenich - Neue Mauer am Bonner Tor kommt gut an, In: ksta.de. 6. Oktober 2015
  4. Als das Bonner Tor in Lechenich noch als Gefängnis genutzt wurde. In: rundschau-online.de. 12. Dezember 2025.

Weblinks[Bearbeiten]

Dieser Text basiert auf dem Artikel Stadtbefestigung Lechenich aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Lizenz Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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