Center for Innovation with Nature
Das Center for Innovation with Nature (CEIN) ist ein geplantes Reallabor für Klimaforschung und Innovation, das von der Technischen Hochschule Köln (TH Köln) in Liblar errichtet wird. Ziel des Projekts ist es, praxisnahe Forschung im Bereich Klimaresilienz, nachhaltiger Ressourcennutzung und ökologischer Stadtentwicklung im Rheinischen Revier voranzutreiben. Der Baubeginn des CEIN ist für das Jahr 2026 vorgesehen.
Entstehung und Zielsetzung[Bearbeiten]
Das CEIN wurde im Kontext des Strukturwandels im Rheinischen Revier konzipiert, einer Region, die jahrzehntelang stark vom Braunkohleabbau geprägt war. Die Technische Hochschule Köln beabsichtigt mit dem Zentrum einen sichtbaren Beitrag zur Transformation der Region zu leisten. Im Rahmen des CEIN sollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Hochschule gemeinsam mit externen Partnern erforschen, wie natürliche Ressourcen nachhaltig genutzt, die Region klimaresilienter gestaltet und energetisch unabhängiger werden kann.
Das Zentrum versteht sich zugleich als Innovationsplattform, auf der wissenschaftliche Erkenntnisse zügig in konkrete Anwendungen überführt werden. Ein besonderer Fokus liegt auf der Verbindung von Forschung, wirtschaftlicher Verwertung und gesellschaftlichem Nutzen. CEIN soll damit als Beschleuniger für den Wissenstransfer fungieren und zur Entwicklung neuer Produkte und Verfahren beitragen, etwa in den Bereichen Bauwesen, Energieversorgung oder Landnutzung.
Das geplante Gebäude des CEIN wird selbst als Demonstrationsobjekt klimaneutraler und nachhaltiger Bauweise konzipiert. Es sollen erneuerbare Energien wie Solar-, Wind- und Biomasseenergie zum Einsatz kommen. Zusätzlich sind Labor- und Testflächen vorgesehen, um die Effekte von Renaturierungsmaßnahmen in der Region exemplarisch zu erforschen und darzustellen.
Standort, Finanzierung und gesellschaftliche Einbindung[Bearbeiten]
Der Standort des CEIN entsteht südlich der K 44 in unmittelbarer Nähe zum Ville Campus der Hochschule des Bundes und ersetzt den ursprünglich an dieser Stelle geplanten Campus Rhein-Erft. Das CEIN baut auf den dort vorgesehenen Studien- und Forschungsschwerpunkten auf, insbesondere in den Bereichen Raumentwicklung, Infrastruktursysteme und Geoinformatik. Die zugehörigen Studienangebote sowie Professuren am Campus Deutz der TH Köln sind eng in das Projekt eingebunden. Studierende sollen im Rahmen des CEIN unternehmerische Qualifikation erhalten und beim Aufbau von Start-ups unterstützt werden.
Finanziert wird das Projekt zu 90 Prozent durch Strukturstärkungsmittel des Bundes und zu 10 Prozent durch das Land Nordrhein-Westfalen. Die Gesamtkosten werden auf rund 175 Mio. Euro geschätzt, davon sollen bis 2029 rund 17 Mio. Euro aus Landesmitteln bereitgestellt werden.
Neben der akademischen und wirtschaftlichen Ausrichtung setzt das CEIN auf Bürgerbeteiligung. Interessierte Laien, z.B. Schülerinnen und Schüler, sollen aktiv in Forschungsprozesse eingebunden werden. Hierbei stehen unter anderem Themen wie Klimaphänomene, Wasserhaushalt, Landwirtschaft und kritische Infrastrukturen im Fokus.
In der Anfangsphase ist ein temporäres Pop-up-Gebäude aus recycelten Baustoffen vorgesehen, das bis zur Fertigstellung des ersten Bauabschnitts im Jahr 2029 als Interimsstandort dient.[1][2]
Lage[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ TH Köln baut Reallabor für Klimaforschung in Erftstadt. In: ksta.de. 19. August 2025.
- ↑ TH Köln entwickelt Reallabor für Klimaforschung im Rheinischen Revier. In: th-koeln.de. Abgerufen am 20. August 2025.