Lechenich/Alte Presse
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Dieser Artikel gibt eine Übersicht zu historischen Artikeln aus Zeitungen und Zeitschriften, die den Stadtteil Lechenich betreffen.
Lechenich in der älteren Presse[Bearbeiten]
vor 1800[Bearbeiten]
- 3.8.1707: Aus Cölln, den 21. Julij. Nachdem der Feind sein Lager vor einigen Tagen vor hiesiger Stadt so urplötzlich aufgehoben giengen dessen Trouppen selbigen Nachmittag noch bis Lechenich und Liblaer fort. ...[1]
- 14.1.1708: … Zu dem Ende auch allhier Officiers erwartet werden sollen. Die Preussische Garnison zu Lechenich hat die Weyher und Graben und den Flecken reinigen und mit Wasser anfüllen lassen, um sich in besseren Defensions Stand zu setzen.[2]
- 20.4.1743: … Diese 3. Divisionen machen den Vorzug der Englischen Völker aus und nehmen ihren Weeg bis an den Rhein durch folgende Oerter: Erste Division den 4. April zu Lechenich … Zweite Division: Den 4. April zu Norvenich. Den 5. zu Lechenich … Dritte Division: … Den 6. [April] zu Lechenich … [3]
- 19.6.1743: Aachen, 29. Mar. - Heute sind die Hessiche Truppen bey hiesiger Stadt zu stehen gekommen … Den 1. Junii tretten sie ihren Marsch wieder / und zwar nach Lechenich und von dannen nach Neuwied an /wo sie alsdann den Rhein passieren. ...[4]
- 20.11.1743: Cöln 7.Nov. - … Die Engländischen Truppen continuiren ihren Marsch bey Euskirchen / Lechenich vorbey. selbige nehmen vorlieb mit dem Obdach / Feuer und Licht / und kauffen das jenige für baares Geld / was ihnen in ihrem Unterhalt nöthig ist. Die Holländische Divisions werden einander nunmehr über den anderen Tag nachfolgen und durch hiesige Stadt marschieren ...[5]
1800 - 1899[Bearbeiten]
- 4.2.1831: Köln, 3. Febr. Am 27. Januar hatten drei Mitglieder des Kreisstandes von Euskirchen, als die Herren Bendermacher, Notar und beigeordnete Bürgermeister zu Lechenich, Hüssen, Verwalter von Liblar und Curt, Bürgermeister von Friesheim und Liblar, die hohe Ehre bei Sr. Königl. Hoh. dem Herrn General-Gouverneur als Deputirte der Mitbewohner des Kreises Euskirchen, namentlich der Stadt Lechenich vorgestellt und Tages darauf zur fürstlichen Tafel eingeladen zu werden. Se. Königl. Hoheit geruhten Sich in den huldvollsten Ausdrücken mit den Deputirten zu unterhalten und erkundigten Sich über die Angelegenheiten des Landes, und ob auch der Landstraßenbau in dortiger Gegend mit Eifer betrieben würde.[6]
- 15.7.1831: Firmung in Lechenich durch den Erzbischof von Köln. Ausführliche Beschreibung de Feierlichkeiten.[7]
- 8.8.1839: Nachdem der Bürgermeister Curt, zu Liblar, von der ihm commissarisch übertragen gewesenen Verwaltung der Bürgermeisterei Lechenich ausgeschieden, ist dieselbe dem Bürgermeister Pütz, von Erp, in derselben Weise übertragen und dieser Letztere am 23. d. M. in dieses Amt eingeführt worden.[8]
- 9.4.1843: Verzeichnis der Gast- und Schenkwirthe des Kreises Euskirchen nebst deren Gewerbesteuer.
- Barion Wilhelm Heinrich zu Lechenich
- Bechard Paul zu Lechenich
- Bendermacher Franz Wilh. zu Lechenich
- Bergerhausen Adolph zu Lechenich
- Dickop Math. zu Lechenich
- Düsterwald Paul zu Lechenich
- Eskens Wittwe zu Lechenich
- Frings Wilhelm zu Lechenich
- Kerp Engelbert zu Lechenich
- Prinz Arnold zu Lechenich
- Schmitz Michel zu Lechenich
- Schwister Geschwister zu Lechenich
- Wierz Jos. zu Lechenich[9]
- 9.10.1847: Vorstehendes Schreiben Seiner Excellenz des Herrn Generallieutenants und Divisions-Kommandeurs Grafen von Kanitz bringe ich hiermit zur allgemeinen Kenntniß und benutze mit Vergnügen diese Gelegenheit nicht allein das gute Benehmen der Gemeinden gegen die Truppen sondern auch das Wohlverhalten der Letztern gegen die Einwohner zu loben und den Herren Bürgermeistern Pütz zu Lechenich, Ittenbach zu Gymnich Winterschladen zu Liblar, Wermerskirchen zu Vernich, Fröhlich zu Friesheim und Wachendorff zu Zülpich, wie nicht minder den betreffenden Gemeinde-Vorstehern meine völlige Zufriedenheit mit Ihrer, bei dem schwierigen und mühevollen Geschäfte der Unterbringung der Truppen, Beschaffung der Transportmittel u. d. m. bewiesenen, Thätigkeit und Umsicht hiermit öffentlich zu erkennen zu geben. - Haus Wachendorf den 1. October 1847.* Der Königliche Landrath, Schröder.[10]
- 16.8.1857: Vom nächsten Dinstag ab wird täglich Nachmittags 3½ Uhr bei Herrn Kappes am Weiherthor ein Omnibus nach Erp abfahren. Das Personengeld beträgt:
Von Köln bis Liblar 5 Sgr.
" " " Lechenich 6 Sgr.
" " " Erp 8 Sgr.
- 30.5.1859: Die hiesige israelitische Gemeinde sucht einen Lehrer, der zugleich die Cantorstelle übernimmt. Jährlicher Gehalt 225 Thlr. - Lechenich, Reg.-Bez. Köln, den 23. Mai 1859. Vorstand der israelitischen Gemeinde - J.Simon[12]
- 27.9.1859: ... Auch für jene umfangreichen Schlösser, die heute noch als Zeichen der Macht der Unabhängigkeit und der Ritterlichkeit der ehemaligen Kölnischen Kurfürsten weithin den gesegneten Gauen des Nieder-Rheines überragen, schein in neuester Zeit endlich die Stunde zu nahen, in welcher die Wiederherstellung und bauliche Verjüngung derselben nicht mehr ferne ist. Vor allem nennen wir hier unter den umfangreichen Bergschlössern des ehemaligen Kölnischen Hochstiftes die großartige Burgfeste „Lechenich“ bei Brühl … Welches Loos die prächtige Burgruine Lechenich bei dem jüngst erfolgten Tode ihres seitherigen Besitzers treffen wird, ist unbekannt. Wenn dieselbe, wie vielfach vermutet wird, in den Besitz eines reichen kunstsinnigen Grafen der Nachbarschaft gelangt, dann wäre Aussicht vorhanden, daß dieses hervorragende Monument der Civilgothik des XIII. Jahrhunderts eine zweckmäßige Wiederherstellung und Verwendung erhielte. Jedenfalls würde dann der Ruhesitz der Kölnischen Erzbischöfe aus der Blüthezeit des Ritterthums vor ferneren Unbilden der Zeit und der Menschen gesichert.[13]
- 7.12.1867: Mit Genehmigung der Königlichen Ober-Post-Direction in Köln fährt vom 10. d. M. ein 6sitziger Omnibus zwischen Lechenich und Köln. Personengeld 11 Sgr. Abfahrt von Lechenich 6:30 Vorm.(Postlocal), Abfahrt von Köln 5:30 Nachm.(Kreuz- und Streitzeuggassen-Ecke). Anhaltepuncte in Liblar und Hermülheim bei der Post=Exped., woselbst Personen in die vorhandenen leeren Räume aufgenommen werden. Das Personengeld muß an den Kutscher entrichtet werden.- Lechenich, 6. December 1867.-Curt, Posthalter.[14]
- 6.6.1874: Zu Lechenich (Rheinprovinz) entlud sich am 23. Mai ein Gewitter mit argem Hagelschlag.[15]
- 1.9.1878: Erdbeben am Rhein - Aus Köln wird über das am 26. v. M. Vormittags stattgehhabte Erdbeben folgendes berichtet: Es mochte etwa drei Minuten vor 9 Uhr sein, als sich plötzlich ein Beben und wellenförmiges Heben und Senken des Bodesn bemerklich machte, das sich mehr und mehr steigerte, so daß die Gebäude in ein heftiges Schwanken geriethen. … um 11 Uhr 10 Minuten erfolgte ein neuer, jedoch weniger starker Stoß … Weitere Berichte über das Erdbeben sind aus zahlreichen Orten der ganzen Rheingegend eingelangt, so aus: … Lechenich … [16]
- 27.10.1883: Vom 1. November d.J. ab werden die Orte Brüggen und Dirmerzheim vom Bestellbezirk des Postamts in Gymnich abgezweigt; Brüggen dem Postamte Liblar und Dirmerzheim Lechenich zugetheilt. - Von dieser Verordnung wird das correspondirende Publikum ergebenst in Kenntnis gesetzt. - Lechenich, den 24. Oktober 1883. - Kaiserliches Postamt III, Hambach[17]
- 27.1.1891: Lechenich ist über Nacht zur Seestadt geworden, indem seit Samstag Nachmittag der stark angewachsene, sonst so harmlose Rothbach (Nebenfluß der Erft) sich ungehemmt in unsern Ort ergießt. Der stattliche Marktplatz und fast sämmtliche Straßen sind fußhoch überschwemmt, und strömend füllt das Wasser Keller und Erdgeschoß, Stallung und Scheune. Manches Malter Frucht und manches Stück Vieh ist bereits dem unheimlichen, plötzlich hereinbrechenden Gaste zum Opfer gefallen. Wie groß der Schaden an Gebäuden oder sonstwie noch ist, läßt sich erst nach dem jedenfalls langsamen Verlaufen der Fluth feststellen. Sämmtlicher Verkehr mit der Außenwelt ist gestört; keine Post und Telegraph— denn das Amt sitzt ganz im Wasser. — Auch der innere Verkehr ist sehr erschwert und wird durch Reiter von Haus zu Haus vermittelt, da es an Kähnen vollständig gebricht. In der Kirche, die nur noch von einer einzigen Familie trockenen Fußes zu erreichen ist, konnte der Sonntags-Gottesdienst nicht gehalten werden. Auch auf den benachbarten Dörfern, namentlich Blessem und Dirmerzheim, hat die ausnehmend starke Fluth große Verheerungen und Zerstörungen verursacht.[18]
- 18.10.1898: Versteigerung der Gemäldesammlung des Rentners Fritz Franz Ittenbach aus Lechenich, früher Gymnich.[19]
ab 1900[Bearbeiten]
- 12.8.1910: Zwei elegant gekleidete Herren ließen sich gestern von dem zwölfjährigen Sohn des Küsters in die Sakristei der Kirche in Lechenich führen, um sie zu besichtigen. Kaum hatten sie den Raum betreten, schlugen sie den Knaben zu Boden und betäubten ihn. Sie benutzten die Ohnmacht des Knaben, um alle Schränke zu öffnen und zu plündern. Als der Küster, durch das lange Ausbleiben seines Sohnes beunruhigt, in die Sakristei eilte, fand er den Knaben schwer verletzt am Boden liegen. Die Diebe waren inzwischen entflohen.[20]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Post-täglicher Mercurius, 3.8.1707, S.3
- ↑ Post-täglicher Mercurius, 14.1.1708, S.6f
- ↑ Wiener Zeitung, 20.4.1743, S.5
- ↑ Wiener Zeitung, 19.6.1743, S.2
- ↑ Wiener Zeitung, 20.11.1743, S.6
- ↑ Kölnischer Correspondent, 4.2.1831, S.3
- ↑ Kölnischer Correspondent, 15.7.1831, S.3
- ↑ Kölnische Zeitung, 8.8.1839, S.3
- ↑ Erfa, Intelligenz-Blatt für die Kreise Euskirchen, Rheinbach und Ahrweiler. 9.4.1843, S.1
- ↑ Intelligenz-Blatt für die Kreise Euskirchen, Rheinbach und Ahrweiler, 9.10.1847, S.1
- ↑ Kölnische Zeitung, 16.8.1857, S.6
- ↑ Allgemeine Zeitung des Judenthums, 30.5.1859, S.13
- ↑ Wiener Zeitung, 27.9.1859, S.7
- ↑ Kölnische Zeitung, 7.12.1867, S.8
- ↑ llustrirte Zeitung, 6.6.1874, S.14
- ↑ Der Bote aus dem Waldviertel, 1.9.1878, S.1
- ↑ Intelligenz-Blatt für den Kreis Bergheim und den Landkreis Köln. 27.10.1883, S.1
- ↑ Bonner Zeitung, 27.1.1891, S.3
- ↑ Neue Freie Presse, 18.10.1898, S.13
- ↑ Neues Wiener Journal, 12.8.1910, S.8