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Ehemaliges Josefkloster

Aus ErftstadtWiki
Ehemaliges Josefkloster
Aufnahme von 2011
Aufnahme von 2011
Aufnahme von 2011
Stadtteil
Erbaut
Zerstört
Art
Denkmal
Ja (Nr. 253)
Karte
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Das ehemalige Josefkloster in der Pfarrer-Weißenfeld-Straße ist ein denkmalgeschütztes Gebäude in Gymnich.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Backsteingebäude wurde 1859 als Wohnung für Klosterschwestern und zur Aufnahme pflegebedürftiger Kranker errichtet. Seitliche Anbauten wurden um 1900 und 1931/32 hinzugefügt.[1]

Das Kloster wurde durch Max Felix Reichsgraf Wolff-Metternich und seine Frau, Gräfin Hermenegilde, gestiftet und der Schwestern-Genossenschaft der "Armen Dienstmägde Jesu Christi" übergeben.[2] Neben der Krankenpflege übten die Schwestern im Kloster über die Jahre verschiedene soziale und handwerkliche Tätigkeiten aus. Unter anderem gab es eine Nähschule, in der unentgeltlich die Röcklein für die berittenen Ministranten des Gymnicher Ritts angefertigt wurden[3], sowie eine "Kinderbewahrschule" (Kindergarten), für den die Nonnen im Jahr 1886 eine Unterkunft in der Gymnicher Schützenhalle bezogen[4].

Auf dem Dachboden des Klosters wurden die schweren Standarten für den Gymnicher Ritt aufbewahrt.[5]

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges, als die Kirche und das Pfarrhaus beschädigt waren, diente das Kloster als Zufluchtsort für den Pfarrer, der dort kurze Zeit die Heilige Messe zelebrierte. In der Nachkriegszeit unter anderem Bürgermeister Josef Schweins mit seiner Familie in dem Gebäude untergebracht, nachdem sein Dienstwohnhaus von den Amerikanern beschlagnahmt worden war.[6]

Im Jahr 1970 wurde das Kloster geschlossen.[7] Unter Pastor Jan Keyers wurde das ehemalige Klostergebäude umgebaut und in ein Pfarrzentrum umgewandelt.[8] Die offizielle Eröffnung fand 1983 statt.[9]

Beschreibung[Bearbeiten]

Das dreigeschossige Backsteingebäude hat einen abgesetzten verputzten Sockel. Über der mittleren Achse des siebenachsigen Gebäudes befindet sich ein Zwerchhaus mit einem Kreuz auf dem mit Pfannen gedeckten Dach. Die Fassade ist durch betonte Fenstergewände und nicht durchlaufende Gesimse mit Zahnschnitt gegliedert.

Das Gebäude wurde am 8. Januar 1996 unter der Nr. 253 in die Denkmalliste der Stadt Erftstadt eingetragen.

Bilder[Bearbeiten]


Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Matthias Weber: Erftstadt-Gymnich. Köln 1984. S. 244–246
  2. Matthias Weber: Die Mariensäule in Gymnich. In: Jahrbuch der Stadt Erftstadt 1999, S. 32.
  3. Matthias Weber: Pfarrer Kaiser und der Gymnicher Ritt. In: Jahrbuch der Stadt Erftstadt 1997, S. 88.
  4. Matthias Weber: Neue Schriften zur Heimatkunde. In: Jahrbuch der Stadt Erftstadt 2002, S. 179.
  5. Beatrix Alsdorf: 100 Jahre Zimmerei-Handwerk in Gymnich. In: Jahrbuch der Stadt Erftstadt 2002, S. 157-158.
  6. Cornelius Bormann: Josef Schweins - ein Bürgermeister ohne Furcht und Tadel. In: Jahrbuch der Stadt Erftstadt 1999, S. 130.
  7. Frank Bartsch: Illustrierte Zeittafel zur Geschichte der Stadt Erftstadt (1969-2019). In: Jahrbuch der Stadt Erftstadt 2020, S. 32.
  8. Cornelius Bormann: Gymnicher Heimat. In: Jahrbuch der Stadt Erftstadt 1999, S. 25.
  9. Frank Bartsch: Illustrierte Zeittafel zur Geschichte der Stadt Erftstadt (1969-2019). In: Jahrbuch der Stadt Erftstadt 2020, S. 59.
Dieser Text basiert auf dem Artikel Liste der Baudenkmäler in Gymnich aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Lizenz Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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